Symposium

Vom Fehler und seinem Potential

ein Symposium der Linienscharen
– Plattform für zeitgenössische Zeichnung in Stuttgart –
am 8. November 2025 ab 14.00 Uhr
im Glastrakt des Württembergischen Kunstvereins

mit

Unbestritten gibt es Fehler, die aufgrund ihrer schädigenden Wirkung keinesfalls begangen werden sollten, doch die wachsende Komplexität der uns umgebenden Welt und die damit einhergehende Unkalkulierbarkeit der Auswirkungen des eigenen Handelns lässt die Furcht, einen Fehler zu begehen, immer größer werden. Die Tendenz, zu schnell zu urteilen und ein gefühlter Handlungsdruck bei gleichzeitiger Vermeidungsstrategie fördern die konstruktive Weiterentwicklung von Fehlerhaftem eben nicht. Dem Wunsch, Fehler zu vermeiden, lässt sich durch die Unterstützung digitaler Technologien zum Teil nachkommen. Zugleich werden damit Perfektionsgrade erreicht, die sich dezent bis aufdringlich falsch anfühlen, da sie dem Menschlichen widersprechen – es fehlt der Fehler.

Sowohl das wissenschaftliche Vorgehen als auch künstlerisches Tun entwickeln Vorstellungen auf Grundlage von Beobachtungen und Erfahrungen. Eine Abweichung vom Erwarteten, etwas Ungewolltes, Unvorhergesehenes, vielleicht Misslungenes – Fehler sind für ein fragendes Tun, das sich immer wieder auf den Weg ins Unbekannte begibt, nicht die schlechtesten Begleiter. Daneben zu liegen, führt an die Ränder des erschlossenen Terrains und bietet neue Sicht in alle Richtungen.

Beim Zeichnen sind wir mit der Unumkehrbarkeit von Setzungen konfrontiert. Zugleich wissen wir um das Potential von Abweichungen, die das vorgefasste Bild stören oder gar zu entwerten drohen. Nur durch das wertfreie Wahrnehmen und Zulassen wird der „Fehler“ als das eigentlich Treffende erkannt. Während es unmöglich ist, das Fehlermachen auszuschließen, ereignet sich der Fehler nicht nur unerwartet und zufällig, sondern kann auch provoziert werden. In der Kunst hat das Urbarmachen von Fehlern eine lange Geschichte, doch stellt sich uns die Frage, wie in anderen Bereichen damit umgegangen wird.

Durch das Zusammenkommen und den Austausch von Beteiligten aus unterschiedlichen Bereichen möchten wir der Möglichkeit zur fruchtbaren Auseinandersetzung Raum geben und das Verständnis des Fehlerbegriffs durch die Vielfalt der der aufgezeigten Facetten erweitern.

Das Symposium, das das Verhältnis zum Fehler in Wissenschaft und Kunst beleuchtet, wird in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart (HLRS) und dem Württembergischen Kunstverein realisiert, wobei letzterer Veranstaltungsort sein wird.

(Änderungen vorbehalten)

14:00
Begrüßung

14:15
Theo Wehner Psychologe
„Nur wenn es der Jongleur verpasst, seinen Ball zu fangen, wirkt er auf mich“

14:45
Caroline Kryzecki Bildende Künstlerin
„Wenn die Logik tanzen geht“

15:15
Nico Formánek Philosoph
„Computer haben keine Angst vor Fehlern“

15:45
Podiumsgespräch und anschließende Pause

16:45
Shandor Hayde Museumsrestaurator
„Fehler? Der Zauberkasten des Restaurators“

17:15
Hans-Jörg Rheinberger Wissenschaftshistoriker
„Über Irrtum und Nichtwissen in den Wissenschaften“

17:45
Käthe Kruse Bildende Künstlerin
„Die Mariakissen der Tödlichen Doris“

18:15
Podiumsgespräch und anschließende Pause

19:00
Gemeinsames Essen

Um organisieren zu können, wird um eine Anmeldung – im Besonderen für die Teilnahme am Abendessen – bis zum 2. November gebeten. 
Eine spontane Teilnahme am Symposium – ohne Abendessen – ist danach auch ohne Anmeldung möglich.

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Symposium 2023:

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ALS OB

Modelle in Wissenschaft und Kunst

Ein Symposium der Linienscharen

7. Oktober 2023, 14.00 Uhr
Glastrakt des Württembergischen Kunstvereins

Anmeldung erforderlich!

Mit
Prof. Dr. Michael Resch, HLRS der Universität Stuttgart
Sandra Boeschenstein, Künstlerin, Zeichnung
Carsten Gliese, Künstler, Fotografie, Installation
Dr. Toni Hildebrandt, Kunsthistoriker
Pia Linz, Künstlerin, Zeichnung
Dr. Gudrun Thäter, Mathematikerin, KIT Karlsruhe
Harry Walter, Künstler und Denker

in Kooperation mit dem Hochleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart und dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart,
mit Unterstützung durch die Stadt Stuttgart

Der interdisziplinäre Ansatz

Das Symposium will dem Verhältnis von Zeichnung – Entwurf – Modell nachspüren. Es verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz, der insbesondere auch naturwissenschaftliche und mathematische Ausprägungen eines Modell-Begriffs der künstlerischen Praxis gegenüberstellen soll. Wir freuen uns daher, das Symposium in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart [HLRS] und dem Württembergischen Kunstverein [WKV] realisieren zu können – der uns auch den Glastrakt als Veranstaltungsort zur Verfügung stellt.
Sowohl naturwissenschaftliches Vorgehen als auch künstlerisches Tun entwickeln Vorstellungen auf Grundlage von Beobachtungen und Erfahrungen. In der Vergewisserung gefundener Resultate, in der Darstellung gewonnener Aspekte, aber auch für die Formulierung weitergehender Fragen können Modelle eine tragende Rolle spielen. Über deren unterschiedliche Ausprägungen und Funktionen will das Symposium einen Überblick schaffen, der idealerweise wieder in künstlerisches Arbeiten einmünden kann.

Das Programm

Das Symposium ist als halbtägige Veranstaltung konzipiert mit Beginn um 14 Uhr.
Zunächst stellen – in jeweils 20-minütigen Beiträgen – die ersten vier Referentinnen und Referenten den Einsatz und die Charakteristik von Modellen für ihr Fachgebiet vor.
Bei Kaffee und Tee besteht erste Möglichkeit, das Gehörte zu diskutieren.
In einer zweiten Runde werden die übrigen drei Referate vorgetragen.
Dieser Überblick soll anschließend in zwei Arbeitsgruppen aufgegriffen und diskursiv erweitert werden. Die Referierenden sind dabei präsent und in die Gruppen integriert. Es besteht die Möglichkeit, auch zwischen den Gruppen zu wechseln.
Begleitend dazu wird von den Linienscharen ein Zeichnungsprojekt realisiert, das die Auseinandersetzung mit dem Thema und dessen Bearbeitung in visueller Form darstellt.
Nach einer kleinen Pause laden wir – gegen 19 Uhr – zu einem gemeinsamen Abendessen ein.
Anschließend finden alle Teilnehmenden in einem finalen Plenum Gelegenheit, im Gespräch und in freien Wortmeldungen die gewonnenen Aspekte und Überlegungen in eine resümierende Gesprächsrunde einzubringen – in welcher auch die Ergebnisse des Zeichenprojekts erörtert werden sollen.
Es ist geplant, eine kleine Dokumentation des Symposiums aufzulegen und den Teilnehmenden zur Verfügung zu stellen.

 


 

 

 

Konferenz 2013

Juni // 2013


Im Juni 2013 veranstaltete Linienscharen bereits eine Konferenz zur zeitgenössischen Zeichnung im Württembergischen Kunstverein Stuttgart.

PROGRAMM